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Die häufigsten Fragen zur SSPE

 
Informationen von Professor Reinert,
Chef der Pädiatrie am „Hôpital Intercommunal de Créteil” (Frankreich)

 

 

  Was ist eine subakute sklerosierende Panenzephalitis, die nach Masern auftritt?
Was wissen wir über die Krankheitsvorgänge?

Warum ist der Körper nicht in der Lage den Virus zu bekämpfen?
Kann man einer Panenzephalitis vorbeugen?
Welche Behandlung kann empfohlen werden?
 

 

Was ist eine subakute sklerosierende Panenzephalitis, die nach Masern auftritt?

Die subakute sklerosierende Panenzephalitis – auch Van Bogaert Erkrankung genannt – ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch den Masernvirus verursacht wird und unterschiedliche Gebiete im Gehirn befällt.

Aus unbekannten Gründen bricht die Erkrankung viele Jahre nach komplikationslos verlaufenen Masern auf. Normalerweise tritt die Krankheit zwischen dem vierten und vierzehnten Lebensjahr auf. Manchmal treten auch Krämpfe auf.
Der Beginn der Krankheit ist schleichend. Am Anfang stehen psychische Veränderungen: Interessenlosigkeit, Apathie, nächtliche Angst, Wutausbrüche, Halluzinationen und die Verschlechterung der schulischen Leistungen.
Einige Monate später können abrupte, unwillkürliche Bewegungen (sog. Myoklonien), die periodisch auftreten, zusammen mit Muskelhypertonie der Extremitäten sowie zunehmendem geistigem Abbau auftreten.

Was wissen wir über die Krankheitsvorgänge?

Der Masernvirus, der aus Lymphocyten und dem Gehirn isoliert wird, ist defekt, d. h. eines seiner Proteine ging verloren.
Es handelt sich nicht um eine genetische Erkrankung, denn bei eineiigen Zwillingen, die beide Masern hatten, kann es sein, dass nur eines der Kinder an Panenzephalitis erkrankt.

Warum ist der Körper unfähig den Virus auszuschalten?

Eine stark erhöhte Zahl an Masern-Antikörpern ist vorhanden, scheint jedoch unwirksam zu sein.
Die Immunität, die durch die T-Lymphocyten – diese sind für die Zerstörung von Viren zuständig – sichergestellt wird, scheint unwirksam.

Kann man einer Panenzephalitis vorbeugen?

Ja, das kann man.
Die Schutzimpfung gegen Masern, die für Kleinkinder im Altern ab ungefähr einem Jahr empfohlen wird, kann der Panenzephalitis sehr wirksam vorbeugen.
Leider ist der Impfstoff bei Kleinkindern, die jünger als ein Jahr sind, unwirksam und schützt daher nicht vor Masern im ersten Lebensjahr.
In allen westlichen Ländern ist das Vorkommen der Panenzephalitis um 90% zurückgegangen.

Welche Behandlungen können empfohlen werden?

Einige Therapien wurden eingesetzt:

  • Injektion von Gammaglobulinen;
  • Immunstimulantien;
  • Interferon;
  • Antivirale Substanzen wie Ribavirin („Virazol”) hemmen die Vermehrung des Panenzephalitis-Virus im Reagenzglas.

 


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